Warum eine balinesische Zeremonie das Highlight jeder Balireise ist

Die Insel der Götter wurde ursprünglich bekannt durch die farbenprächtigen, fantasievollen Zeremonien. Die ersten „Touristen“ waren europäische Künstler. Heute findet man an den traditionellen Zeremonien kaum noch Reisende. Obwohl eine Zeremonie das faszinierendste und exotischte ist, was Bali zu bieten hat. 

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Einzigartig und faszinierend: Zeremonieller Alter auf Bali

Eine unbekannte Welt

In traditionelle Festbekleidung gehüllt, betrete ich den Tempel. Ich trage zwei balinesische Sarongs, eine Schärpe, ein weisses Hemd und die traditionelle balinesische Kopfbedeckung, den Udeng. An allen Altären sind Masken und kunstvoll gearbeitete Skulpturen aus der balinesischen Mythologie aufgestellt. Jedes bisschen Platz darum ist mit Opfergaben bedeckt. Sanft klingen die murmelnden Gebete des Priesters. Der Geruch der Räucherstäbchen betört. Ich trete ein in eine unbekannte Welt.

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Opfergaben umgeben die mythologischen Kreaturen
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Exotische Farbenpracht

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Die Maskenkunst verleitet zum Fantasieren

Schweinefett-Turm

Die zwei Türme in der Mitte des Tempels sind die wichtigsten Opfergaben. Obwohl mit grösster Fantasie und Kunstbegabung gestaltet, sind sie auch ein bisschen erschreckend. Der linke Turm wurde besteht aus bemaltem Schweinefett. Die Hitze lässt das Fett von den am Turm hängenden Schweinestreifen tropfen. Der rechte Turm ist aus Tapiokamehl gemacht und äusserst farbenprächtig. Die verschwenderische Nutzung von Farben und die vielen Monstergesichter am Turm lassen ihn wie ein psychedelisches Kunstwerk anmuten. Vor den Türmen liegt eine grosse Kiste. Blumen, geflechtete Opfergaben liegen darin, und vor allem eines: Fleischwaren am Spiess. Ein Entenkopf, aufgespiesste Lebern, Herzen und Fleischstücke bringen einen Hauch von Voodoo auf die Insel der Götter. Nirgendwo sonst in Asien glauben die Menschen so stark an Magie wie in Indonesien. Das spiegelt sich auch in den traditionellen Religionen wieder. Das Zentrum des Tempels ist ein bisschen erschreckend und ein bisschen eklig, aber vor allem eines: Die faszinierendste Kunst, die ich in meinen 2 Jahren Leben auf Bali gesehen habe. 

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Psychedelische Hochzeitstorten?
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Faszinierende, erschreckende Kunst
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Monstergesichter am Tapiokaturm
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Ein Hauch von Voodoo kommt auf

Beginn

Zum Fotografieren lohnt es sich vor Beginn der Zeremonie zu kommen. Der Tempel füllt sich. Bald ist kein Platz mehr zum herumlaufen und bestaunen der balinesischen Kunst. Frauen tragen Körbe voller Opfergaben in den Tempel und setzen sich auf den Boden. Der Tempel ist zum bersten voll, als der Priester zur Zeremonie ansetzt. Er wird begleitet von Gamelanmusik, der traditionellen balinesischen Musik aus verschiedenenen Xylophons, Trommeln und Gongs. Zwischen seinen Zehen hat er eine Art Hämmerchen eingeklemmt, mit dem er am Holz den Rhythmus der Gebete anschlägt. Verschiedene Lederfiguren aus dem balinesischen Schattentheater vor sich her schwenkend, dankt er den Göttern und wünscht der Region weitere fruchtbare und gesunde Jahre. Diese Zeremonie findet nur alle 30 Jahre statt, und nur, wenn es der Region gut geht. Sie soll ein spezieller Dank an die Götter sein. Ein kleines balinesisches Filmteam ist zu diesem Anlass hier.

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Weitere Opfergaben werden an die Altäre gebracht
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Dicht an dicht sitzen die Balinesen im vollen Tempel

Maskentanz

Nach zwei Stunden wird die Zeremonie draussen mit einem Maskentanz fortgesetzt. Zwei sich abwechselnde Tänzer in aufwendigen Kostümen erzählen mit ihrem Tanz eine religiöse Geschichte. Auch sie werden von einem Gamelanorchester begleitet.  Der eine Tänzer, in rot-grüner Kleidung und einer schwarzen, grimmigen und arrogant aussehenden Maske, hat während des ganzen Tanzes seine Zehen nach oben gespreizt. Bis hin zu den Fingerspitzen wird jeder Körperteil in den Tanz mit eingebaut. Langsame Bewegungen gehen fliessend in sehr schnelle über. Nicht umsonst ist der balinesische Tanz berühmt für seine Eleganz und Körperbeherrschung!

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Grimmiger Maskentanz

Einzigartiges Bali

Erst nach mehreren Stunden ist die Zeremonie zu Ende. Ich fühle mich leicht berauscht von den Eindrücken. Auf Bali findet etwa alle 3 Tage eine grössere Zeremonie statt. Grundsätzlich kann jeder teilnehmen. Es gilt aber die religiösen Regeln einzuhalten. Um an einer echten Zeremonie teilzunehmen, musst du zeremonielle Kleidung tragen und manchmal auch andere Regeln einhalten. Am Besten fragst du vor Ort nach, wie du an der Zeremonie teilhaben darfst. Keine Angst! Ausserhalb touristischer Orte sind Balinesen umso freundlicher und freuen sich meist über das fremdländische Interesse an ihrer Kultur. Die Reisfelder, die Parties, den Yoga, die Berge und Dschungel, Korallen und Surfwellen sind alle grossartig. Es gibt viele gute Gründe für eine Balireise. All das gibt es aber anderswo auch. Was eine Balireise wirklich einzigartig und exotisch macht, ist der Besuch einer der faszinierenden Zeremonien. 

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